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  EUROPÄISCHE STIFTUNG KAISERDOM ZU SPEYER
Gründungsakt in der Dom-Krypta - Grundstockkapital von 1,5 Millionen Mark

  Die EUROPÄISCHE STIFTUNG KAISERDOM ZU SPEYER wurde am 2. Juli 1999 in Speyer ins
Leben gerufen. Neun Gründungs-Stifter statteten das Grundstock-Kapital der Institution
mit 1,5 Millionen Mark (766.937,82 €uro) aus. Aus den Zinserträgen sollen - vor allem
nach Abschluß der derzeit laufenden großen Domrestaurierung - Restaurierungs- und
Instandhaltungsprojekte am Speyerer Dom finanziert werden.

Beim Gründungsakt in der Krypta des Speyerer Domes erteilte Ministerpräsident Kurt Beck
mit seiner Unterschrift die Genehmigung zur Errichtung der Stiftung. Anschließend verbürg-
ten sich die Stifter durch die Unterzeichnung der Urkunde, nach der offiziellen Anerkennung
durch die Aufsichtsbehörde, die Bezirksregierung in Neustadt, die versprochene Summe in
das Grundstockkapital einzuzahlen.


 

Festansprache




Der Vorstandsvorsitzende der EUROPÄISCHEN STIFTUNG
KAISERDOM ZU SPEYER, Dr. jur. Paul Wieandt, Vorsitzender
der Geschäftsleitung der SchmidtBank, Hof/Saale, bei seiner
Festansprache zur Stiftungs-Gründung am 2. Juli 1999.
 

Gründungsfeier in
der Krypta
Die Mitglieder der Organe der EUROPÄISCHEN STIFTUNG KAISERDOM ZU
SPEYER bei der Gründungsfeier in der Krypta des Kaiserdomes zu Speyer.
Unser Foto zeigt in der vorderen Reihe (v.l.n.r.): Reinhold Bocklet, Bayerischer
Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Ministerpräsident Kurt
Beck, Rheinland-Pfalz, Bundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl, Vorsitzender des
Stiftungs-Kuratoriums, Diözesanbischof Dr. Anton Schlembach, Dr. jur. Paul
Wieandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, und Weihbischof Otto Georgens.


 
Unter anderem setzten Weihbischof Otto Georgens (für das Domkapitel) sowie Oberbürgermeister
Werner Schineller (für die Stadt Speyer) ihre Namen auf das Dokument. Weitere Stifter sind der
Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI), Horst Kleiner, der ehemalige Vorstandsvorsitzende
der Bausparkasse Schwäbisch Hall, Dr. Salomon Korn, Mitglied des Präsidiums des Zentralrates der
Juden in Deutschland, der Südwestrundfunk (SWR), der Verband der Pfälzischen Metall- und Elektro-
industrie, Dr. Paul Wieandt, der ehemalige Vorstandsvorsitzender der BfG Bank, sowie Dr. Axel
Wiesenhütter, Präsident der Industrie- und Handelskammer Pfalz.


 

Übergabe



Übergabe der Genehmigungs-Urkunde zur Gründung der EUROPÄISCHEN
STIFTUNG KAISERDOM ZU SPEYER am 2. Juli 1999 in der Dom-Krypta durch
den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck. Der Vorsitzende
des Stiftungs-Kuratoriums, Bundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl, nimmt die
Urkunde entgegen.
  Bundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl, der den Vorsitz des Kuratoriums der Stiftung übernahm,
sagte in einer sehr persönlich gehaltenen Ansprache, es gebe kaum einen Ort, an dem der
Atem der Geschichte so spürbar sei wie im Speyerer Dom. Dies hätten auch die vielen Staats-
gäste empfunden, die er durch die Kathedrale geführt habe. So hätten Michael Gorbatschow
und Boris Jelzin fast gleichlautend betont: "Wenn man hier in diesem Dom ist, ist man mitten
in Deutschland und Europa." Es sei ihm daher eine Herzensangelegenheit, sich für diesen
europäischen Dom einzusetzen, so Kohl.

"Von einem Start in eine neue Zukunft für den Dom an der Schwelle zum neuen christlichen
Jahrtausend", sprach bei der feierlichen Unterzeichung Bischof Dr. Anton Schlembach. Er dankte
den Stiftern, die sich in "den Kreis der Wohltäter des Domes, wie etwa die bayerischen Könige
vor rund 150 Jahren einreihen". Schließlich verwies der Diözesanbischof auf die europäische
Dimension des romanischen Bauwerks. "Europa hat diesen Dom im 11. Jahrhundert gebaut.
Er steht für die europäische Christenheit in ihrer bleibend jüdischen Verwurzelung und für ein
geeintes Europa." Bischof Dr. Anton Schlembach betonte, daß Stiftungen die langlebigsten
Einrichtungen seien, die in der Geschichte der Kirche Revolutionen, staatliche Zwangsmaß-
nahmen und den Untergang von Staaten überlebt hätten.
  Dr. Paul Wieandt, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung und Motor der Förderinitiative, sagte
in seiner Ansprache, Ziel der Stiftung sei es, den Aktivitäten zur Unterstützung der Kathedrale
"dauerhafte Stabilität zu geben". Es gehe darum, "das Erbe, das uns die Geschichte übergeben
hat, der nächsten Generation - in ordentlichem Zustand - weiterzugeben". Jeder könne ganz
individuell einen Beitrag für das bedeutendste Bauwerk der Region, das UNESCO-Weltkulturdenk-
mal Kaiserdom, leisten. "Stiften Sie oder setzen Sie den Dom als Ihren Erben ein, damit das, was
Sie sich im Leben erarbeitet haben, in Zukunft gute Früchte trägt."

  Vor dem Gründungsakt hatten die Mitglieder des Dom-Kuratoriums auf ihrer Jahrestagung über
die die personelle Zusammensetzung der Gremien der Stiftung entschieden. Im Kuratorium
wirken der Altbundeskanzler als Vorsitzender sowie Bischof Schlembach als stellvertretender
Vorsitzender. Der Stiftungsrat wurde mit S.K.H. Herzog Franz von Bayern (Vorsitzender),
Weihbischof Otto Georgens (Stellvertreter) sowie Dr. Salomon Korn und Oberbürgermeister
Werner Schineller (Mitglieder) besetzt. Den Vorstand, der die Geschäfte führt, bilden Dr. Paul
Wieandt als Vorsitzender sowie Staatsminister a. D. Dr. Georg Gölter und Domdekan Hugo
Büchler als stellvertretende Vorsitzende. Zum Geschäftsführer wurde Dipl.-Theologe
Karl-Markus Ritter gewählt. Er gehört ebenfalls dem Vorstand an.

  Satzungsgemäß wird die Stiftung Maßnahmen fördern, "die der dauerhaften Erhaltung des
Kaiserdomes zu Speyer, seiner Kunstwerke, seiner Ausstattung und seiner Einrichtungen
dienen." Darüber hinaus sollen unter anderem wissenschaftliche Forschungen und Projekte
der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt werden. Mit dem Namen EUROPÄISCHE STIFTUNG
KAISERDOM ZU SPEYER
wird die europäische Bedeutung des Domes in Geschichte und Gegen-
wart aufgegriffen und zugleich signalisiert, daß die Stiftung Aktivitäten auch auf europäischer
Ebene anzielt. Für die Zukunft ist geplant, das Grundstockkapital durch Zustiftungen zu mehren.
Dabei sollen neben Wirtschaftsunternehmen und Institutionen auch Privatleute angesprochen
werden, die ihr Erbe einem kulturellen Zweck zur Verfügung stellen wollen.